Eintrag vom 27. August 2018

Es wird konkreter und unkonkreter.

Letzten Mittwoch, 22.8., fand das sehnlichst erwartete Treffen mit Hansjörg Hofpeter von ICT-Berufsbildung Schweiz und René Theiler als meine Unterstützung statt. Ein bisschen hatte ich gehofft, dass ICT sagt, «gut gemacht, wir übernehmen jetzt den Fall und eure Arbeitsgruppe macht den Lead» oder sowas in der Art. Nicht ganz. ICT ist zwar sehr interessiert aber, doch wie schon früher erwähnt, muss zuerst sauber geprüft werden, ob die Praxis überhaupt solche Leute braucht. Es hilft nichts, dass wir es einfach glauben. Leuchtet ein. Leider haben sie aktuell zu wenig Ressourcen, uns diese Arbeit abzunehmen. Wenn aber klar ist, dass es den Beruf braucht, dann kriegen sie das hin – so meine Einschätzung. Wenn nur ein Teil unseres Fähigkeitenkatalogs mit dem Bedarf in der Praxis übereinstimmt, würde eher einer der drei bestehenden Informatikerberufe, welche 2019 alle in Revision gehen, entsprechend angepasst. Und natürlich gibts diverse andere Möglichkeiten. Die Mediamatiker sind für die nächsten 5 Jahre wieder fix, denn deren Revision ist gerade dran oder schon durch.

Für uns bedeutet das nun, wir machen eine sogenannte Berufsfeldanalyse. Fragebogen ausarbeiten, an die richtigen Leute streuen und anschliessend auswerten. Zwei einfache Sätze – eine Tonne Arbeit. Hierbei erhalten wir auf jedenfall Hilfe in Form von Know-how und Material. Ob dieser Berg an Papierarbeit irgendwie entschädigt werden kann, steht noch offen.

Das Projekt wird grösser, anspruchsvoller und nicht mehr ganz so übersichtlich – und somit braucht es noch ein wenig mehr Herzblut, alles «einfach für lau» zu machen. Wollen wir das wirklich? Was haben wir denn davon? Wird in 10 Jahren das «Konzept EFZ» überhaupt noch sinnvoll sein? Wir wissen alle, nur weil jemand ein EFZ hat, bedeutet das nicht, dass man diese Person in der Praxis brauchen kann. Ich glaube, das Gros an heutigen Fachleuten im Frontend, hat sich den grössten Teil selbst beigebracht. Warum soll sich das Rezept ändern? Nur wegen eines Ausweises? Obwohl die Resonanz auf unser Projekt durchs Band gut bis enthusiastisch ist, kreise ich offensichtlich gerade in einer kleinen Sinnkrise.

Drum versuche ich jetzt wieder an all die 13- bis 15-Jährigen zu denken, die gerade mitten in der Berufswahl (fest)stecken und daran, dass mir meine Arbeit einfach wahnsinnig Spass macht. Das hilft.