Eintrag vom 1. Februar 2019

Ein anderer Weg?

Die Interactive Mediadesigner/innen EFZ gehen das erste Mal in die vom SBFI für alle Lehrberufe vorgeschriebene Überarbeitung. Da die IMD mancherorts ein etwas unscharfes Profil haben, in der Westschweiz gar der Fokus etwas anders liege und sich in den letzten 5 Jahren sehr viel getan hat, könnte es durchaus sein, dass die zukünftigen IMD einen grossen Teil Frontend-Entwicklung an Bord nehmen. Dies war ein Punkt, der sich aus besagtem Gespräch herauskristallisierte. Ein anderer Punkt war Jonas Schudels nachvollziehbare Bedenken, gerade jetzt mit einem neuen Beruf zu kommen. Das würde alle verunsichern. Es herrscht gerade viel Bewegung bei den Berufen im Kontext.

Als ich damals das erste mal vom neuen Beruf IMD gehört hatte, dachte ich «endlich kommt der Polygraf fürs Web – oder so». Als es dann losging, kam die Ernüchterung à la «das sind ja einfach Grafiker mit Schwerpunkt Interaction – so ein Blödsinn» (subjektive Wahrnehmung). Deshalb finde ich sehr schön, wenn sie endlich Coden lernen. Die Frage ist wieviel. Wir sind nach wie vor der Meinung, Frontender wäre heute eine 4-Jährige Lehre. Auf einen eigenen Beruf zu Gunsten der IMD zu verzichten, hiesse einige Abstriche zu machen. Bis wohin würden die IMD Frontend lernen? Würden sie selbst Templates für ein CMS bauen können oder «nur» die statischen Vorlagen in HTML, CSS und Javascript? Letzteres wäre aus meiner Sicht an der Praxis vorbei. Vielleicht würden sie das Templating im Lehrbetrieb lernen. Dann hätte ich ein wenig Mitleid für Lernende aus Typo3-Agenturen.

Ich bezweifle bei dem ganzen Ansatz, dass man einen bestehenden Beruf so stark überarbeiten kann.